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Rückkehr ins Alltagsleben

Mit 1. Mai endet die Ausgangsbeschränkung. In Gasthäusern sind ab 15. Mai vier E rw a chsene p l u s K inder p r o T i sch e r l aubt.A b 2 9.M a i ö f f n e n F r e i b äder u nd H o t e l s.Wien – Ab1. Maiistim Alltagsleben wieder einiges möglich, was seit Mitte März verboten war. Die Ausgangsbeschränkungen werden beendet. Was allerdings bleibt, ist der Ein-Meter-Abstand und vielfach auch die Maskenpflicht. Ab 1.Mai sind auch Versammlungen für maxi mal zehn Pers onen wieder erlaubt. „Die seit dem 16. März geltenden Ausgangsbeschränkungen waren umfassend und ein Schlüssel unseres Erfolges“, sagte Ges undhe i tsmi n iste r R u dolf A nschober (Grüne). „Wir brauchen sie aus heutiger Sicht nicht fortsetzen, stattdessen gehen wir zu einer deutlich offeneren Regelung über“, erläuterteder Minister. „Dasbedeutet, dass wir ab 1. Mai bis Ende Juni in einer Phase sein werden, wo wir Bürger ausgehen können. “ Auch in der Gastronomie und im Tourismus rückt die Normalität ein Stück näher.Ab 15. Mai dürfen Lokale und G asthä u ser u nter b estimmten Auflagen wieder aufsperren. Es dürfen maximal vier Erwachsene samt ihren minderjährigen Kindernaneinem Tisch Platz nehmen, wobei ein Mindestabstand von einem Meter zu den Nachbartischen eingehalten werden muss. Das Servicepersonal muss einen Mund-Nasen-Ab Mitte Mai dürfen Gastlokale wieder aufsperren, aber unter Auflagen. Das Servicepersonal etwa muss Schutzmasken tragen.Schutz tragen, für die Gäste besteht nur am Tisch keine Maskenpflicht. Tische seien vorab zu reservieren, die Öffnungszeiten sind auf 6 bis 23 Uhr beschränkt, erklärte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. „Mit diesen Regelungen kann man leben, die Gastronomen sind zuver- sichtlich“, sagt Tirols Wirtschaftskämmerer Peter Trost: Hotelsmüssensichbiszum 29. Mai gedulden, um wieder aufsperren zu dürfen. Die genauen Bedingungen dafür werden noch ausgearbeitet und könnten heute festgezurrt werden. Die Sommersaison ist für Tirols Touris-mus damit aber noch lange nicht gerettet. Der Tourismusberater Prodinger geht derzeit von einem Szenario mit Umsatzeinbußen von rund 60 Prozent für Tirols Sommersaisonaus, insbesondere aufgrund der aufrechten Reisebeschränkungen in den EU-Ländern. Tirols Hotelle-rie-Obmann Mario Gerber sieht die Öffnungsentscheidung als wichtiges Signal: „Ich gehe aber nicht davon au s, d a ss a lle wieder aufsperren werden. “ Zumindest sei aber jetzt die geforderte Planbarkeit gegeben. (TT)Mehr auf den Seiten 2, 3, 4 und 5Innsbruck – S eit g es t ern i st klar: Hotels dürfen am 29. Mai zum Pfingstwochenende wieder aufsperren. Die Erleichterung in der Branche ist groß, von Euphorie ist aber noch keine Rede. Schließlich standen die genauen Bedingungen für die Wiederöffnung zumindest gestern noch aus und die Grenzen zu Deutschland, dem wichtigsten Urlaubermarkt, sind immer noch dicht. Bilaterale Übereinkommen zwischen Staaten über Grenzöffn ungen s ei e n z w a r m ögl i ch, eine Entscheidung in diese Richtung gebe es aber nicht, auch keine Prognose, wann die Grenzen öffnen könnten, s ag te g es tern T ir ols L H G ünther Platter.In welchem Ausmaß ist die Sommersaison noch zu rett en?D er T ourismusberater Prodinger hat mehrere Szenarien skizziert. Das derzeit wahrscheinlichste besagt, dass Österreichs Tourismus in der Sommersaison mit einem Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr von rund 54 Prozent rechnen muss.Für Tirols Sommertourismus gehe es eher in Richtung 60 Prozent Umsatzrückgang, weil der Anteil der ausländischen Urlauber–vorallemaus Deutschland – höher ist als im Bundesschnitt, sagt der Kitzbüheler Prodinger-Geschäftsfüh rer Thoma s Reise nza hn.„Solange Deutschland nicht die Grenzenöffnet, istdie Situation für den Tourismus sehr s chwie r ig“, s agt R ei s en z ahn.Von immer mehr Hotels höre er, dass sie gar nicht aufsperren würden. „Man braucht 60 bis 70 Prozent Bettenauslastung, um einen Gewinn zu schreiben. Wenn man auf eine Bettenauslastung von unter 50 Prozent kommt, schreibt man sicher Verluste“, so Reisenzahn. „Für ein Drittel der Betriebe wird es daher sehr eng werden. “ Allerdings gibt es auch Staatshilfen aus den diversen Corona-Paketen. Rund die Hälfte aller Tirol-Urlauber kommt aus Deutschland. Im Sommer 2019 verbuchte Tirols Tourismus insgesamt 22,1 Millionen Nächtigungen von 6,2 Millionen Urlaubern.Manfred Furtner, Hotelier aus Pertisau am Achensee und Tiroler Landesvorsitzender der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), kann t rotz b ekannten Ö ffnungsdatums noch nicht abschätzen, was die Sommersaison letzten Endes bringen wird: „Wir w issen n och n icht, w elch e g enauen Auflagen wir beachten müssen, welche Vorgaben wir haben, wie es mit den Grenzöffnungen in Deutschland und der Schweiz aussieht“, sagt er. Die Gesundheit stehe im Vordergrund, dennoch müsse alles mit Maß und Ziel vonstattengehen. Er plädiert f ür r egion a le B etrac h tungen, auch in Deutschland. „Man muss in Regionen, in denen es Probleme gibt, einbremsen, aber nicht gleich ganze Staat en a bwü r gen.W enn e s b ei-Ende Mai dürfen Hotels wieder die Pforten öffnen.spielsweise in Hamburg mehr ere C orona-Fälle g ibt u nd i n Bayern gar keine, kann man nicht beides unter einen Hut „ Solange Deutschland nicht die Grenzen öffnet, ist diestecken. Wenn deshalb der gesamte Tourismuswiederzugedreht wird, kann es das auch nicht sein. “ Petra Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, sprach gestern auf Ö1 von einem „Befreiungsschlag“ für d ie B r anc h e To u r is m u s, Hotellerie und Freizeitwirt-schaft. Ohne deutsche Touristen sei für viele Unternehmen ein Betrieb allerdings „nur sc hwer vo rstellbar“.Sc hon jetzt sei klar, dass „einige die Krisenichtüberlebenwerden“, auch wenn es viele Hilfsmaßna hmen de r Re gierung ge be, so Nocker-Schwarzenbacher: „Wenn wir die deutschen Gäste in Österreich nicht haben, d an n w ird d as z u m ass i v e n Problemen führen. “ Demnächst, soll der konkrete Kriterienkatalog für die Hotelöffnungen am 29. Mai bekannt gegeben werden. Neb en d en A bstandsu nd H ygieneregeln oder der Frage, ob an Buffets nur verpackte Ware angeboten wird, geht es wohl auch darum, was bei einem positiven Corona-Fall im Hotel passiert.Wien – Die behördlich verfügten Betriebsschließungen wegen der Coronavirus-Pandemie ab der zweiten Märzhälfte haben dem österreichischen Tourismus den Lebensnerv gekappt. Konkret hat sich die Zahl der Nächtigungen im März auf knapp 6,2 Millionen mehr als halbiert. Im Jahr davor waren es noch um 8,8 Millionen mehr. In die Hotels, Pensionen und F er i enwo h n u ng e n k am e n h eue r i m M ärz u m f ast 68% weniger Urlauber.Das katastrophale März-Ergebnis versetzte auch der bis dahin hervorragend gelaufenen Wintersaison 2019/20einenschmerzhaften Dämpfer: Von Anfang November bis Ende März brachen die Nächtigungs- zahlen gegenüber der Verg l e i c hspe r i ode i m V o rjah r um 8% auf 59,4 Millionen ein, die Zahl der Urlauber ging um knapp 10 % auf 15,9 Millionen zurück. Bis E nde F ebruar w aren d ie Beherbergungsbetriebe bei den gebuchten Nächten noch mit 7,2% im Plus g ewesen.In Tirolbrachenim März, wie berichtet, die Nächtigungszahlen um 58,1% auf knapp 2,55 Millionen ein.Die Zahlder Gästeankünfte erodierte sogar um 67,5% auf etwas über 436.000 Urlauber. In der ganze W intersaison g ing d amit die Zahl der Ankünfte um 10,1% auf 4,97 Millionen zurück, jene der Nächtigungen um 8,2% auf 22,9 Millionen. (TT, APA)Fotos: i Stock, Böhm, imagoTrotzÖffnungdrohtsattesSommer-MinusAm 29. Mai dürfen Hotels aufsperren, genaue Vorgaben s ind o f f e n.E x p ert e r e c hnet m it 6 0 % U m s a t zminus.Von Max StrozziSituation für den Tourismus sehr schwierig. “Thomas Reisenzahn (Prodinger)Foto: APA/GindlShutdown riss den Tourismus in die Tiefe

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