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Zweischneidige Sommer-Bilanz Umsatz geht rauf, GOP bricht ein!

Hotel & Gastronomie

ITRAUNi

Seite 22/2. November 2018

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Wirtschaftlichkeits-Analyse Hotellerie

Zweischneidige Sommer-Bilanz
Umsatz geht rauf, GOP bricht ein!Von Mai bis August 2018 sind in der westösterreichischen 4- und 5-Sterne Hotellerie
die Erlöse um 8 Prozent gestiegen, der GOP ist um ein Fünftel zurückgegangen

Auf Basis des neu entwickelten
gemeinsamen Berichtswesens für
Hotels und Restaurants „STAHR”
(Standard der Abrechnung für Hotels und Restaurants) hat die Prodinger Steuerberatung Mitte Oktober eine Kcnnzahlenerhebung der
4- und 5-Stetne Hotellerie (164 Ferienbetriebe in Tirol, Salzburg und
Vorarlberg) für die ersten vier Monate der Sommersaison 2018 (Mai
bis August) durchgeführt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Während

die Gesamterlöse pro Nächtigung
im Durchschnitt (Median) um
8 % nach oben kletterten (von
81 auf 88 Euro) – bei dert besten
Betrieben sogar um 18 % (von 93
auf 110 Euro) – ist die Marge des
GOP (Gross Operating Profit) um
ein Fünftel zurückgegangen (im
Durchschnitt von 20,2 % auf heu-
ernurnoch 16,3%).Die erfolgreichsten Betriebe
(Oberes Quartil) sind mit einem

GOP-Rückgang von 28,3 % auf
26,7 % noch relativ glimpflich davon gekommen (die 1,6 Prozentpunkte entsprechen einem Minus von 5,7 %), brach die bereits
im Vorjahres-Sommer negative
GOP-.Marge bei den Betrieben im
untersten Quartil von -1,2 % auf
-18,5 % massiv ein.Der GOP drückt die Fähigkeit eines
llotelbetriebes aus, Miete/Pacht/
Leasing sowie Abschreibungen, Versicherungen und Zinsen
verdienen zu können. Thomas
Reisenzahn, Geschäftsführer Prodinger Tourismusberatung; „Der
GOP entspricht in etwa dem EBIT-
DA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern
und Abschreibungen).”Die Gmnde für den Absturz der
GOP-Marge liegen laut Thomas
Reisenzahn und Stefan Rohrmoser,
Geschäftsführer Prodinger Steuerberatung, vorwiegend im seit
einem Jahr extrem gestiegenen
Energie-Aufwand (Kostenanteil von 8% bis 10%), in den im
Sommer erheblich höheren Provisions-Kosten gegenüber dem
Winter (dort gibt es mehr Direktbuchungen bei höheren Umsätzen), sowie im um knapp 6 Prozent bzw. 2,1 Prozentpunkte (von
37,1 % auf 39,2 %) gestiegenen
Personalkosten-Anteil. Letzteres
ist nicht nur durch die KV-Erhöhung verursacht, sondern vor
allem durch den leergefegten Arbeitsmarkt bei gleichzeitig vielen
offenen Stellen.Das unterste Quartil muss seinen negativen Sommer-GOP laut
Rohrmoser durch eine starke
Wintersaison kompensieren: „Der
Sommer wird bei ihnen querfinanziert.” Zieht man den Median als Maßstab heran, beläuft
sich der Sommer-GOP heuer auf
16,3 Prozent, jener im Winter auf
an die 30 Prozent.

Bei der Präsentation des neuen Fachbuchs
„STAHR – Erfolg ist planbar” (v.l.): Thomas
Reisenzahr, Prodinger Tourismusberatung,
Stefan Rohrmoser, Prodinger Steuerbera-
Tung, Sonja Trauner, TRAUNER Verlag, und
Ach´m Hartmann, Universitätslektor.Im Jahresschnitt ergeben sich aktuell laut Reisenzahn rund 22%.
„Vor acht, neun Jahren lag der
Jahres-GOP im Durchschnitt noch
bei 28-29%.” Rohrmoser: „Es wird
immer härter. Die Hotellerie hängt
am Tropf der niedrigen Zinsen.”Auf betrieblicher Ebene lautet für
Rohrmoser und Reisenzahn die
einzig zielführende Anh-x´ort, umgehend auf Basis von „STAHR”
ein effizientes Controlling-System
aufzubauen. Dazu ist soeben im
Trauner Verlag das Fachbuch
„STAHR – Erfolg ist planbar” erschienen (Reisenzahn, Stoiser,
Hartmann; 250 Seiten; Subskriptionspreis bis 30. November 2018:
49,90 Euro, danach 59,90 Euro;
www.trauner.at).Von politischer Seite ist angesichts der Verschlechterung der
Rahmenbedingungen ebenfalls
Handlungsbedarf gegeben. „Dass
die Hotellerie ab November die
10% Umsatzsteuer auf Logis zurückbekommt, ist ein positives
Zeichen”, so Rohrmoser. Weitere
Erleichterungen im Abgaben-Bereich sind jedoch dringend notwendig, allen voran…• die Abschreibung von Gebäuden (seit der letzten Steuerreform mit 40 Jahren absolut unrealistisch; die Hotellerie steht
laut Rohrmoser „unter massivem Druck, alle 15 bis 20 Jahre zu investieren”). Mitarbeiter-Häuser sind sogar nur auf
67 Jahre abschreibbar;• eine Vereinfachung der Lohnverrechnung sowie• endlich Rechtsklarheit bezüglich der F.nergieabgaben Vergütung. Hier zieht sich die Angelegenheit bereits seit 2011 hin.
Nächster Verhandlungstermin
beim EuGH (Europäische Gerichtshof) ist für den November
angesetzt.

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