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Werte und Orientierung der Post-Corona-Gesellschaft

ZIELGRUPPENWerte und Orientierung de Ss Post-Corona-GesellschaftWer sich rechtzeitig vorbereitet, ist auf der sicheren SeiteDie Zeit der Isolation, die Mitte März begann, hat zu einer physischen Abgrenzung ( Social Distancing“) und zeitgleich zu einer Welle des Wir-Gefühls geführt. Der Tourismus kann hier als neue Begegnungszone eine verbindende Rolle einnehmen. Eine Betrachtung von Tourismusberater Marco Riederer.Ein Ereignis, das gleichsam über Nacht radikal die gesamte Normalität verändert, wird mit Sicherheit auch die touristischen Angebote in der Hotellerie nachhaltig beeinflussen und mitunter sogar neu de- finieren. Das kollektive Trauma, das unter anderem soziale Verzichte, eine materielle Detox-Phase und eine verstärkte Solidarität zu den Mitmenschen mit sich bringt, wird einen noch nie da gewesenen Paradigmenwechsel einleiten.Eine weitere Lehre aus der Corona-Krise: Künftig werden Mitarbeiter nicht für jedes Meeting ins Flug- zeug steigen, sondern sich öfter über Video bespre- chen. Andererseits werden wir kaum unsere künfti- gen Privatreisen drosseln. Wir werden tendenziell zwar noch häufiger unterwegs sein, dafür aber oft- mals wieder langsamer.Die Frage ist, wie stark die jeweiligen Themen ein- zelne Zielgruppen beschäftigen. Auch wenn wir mit den Corona-Auswirkungen noch Monate hindurch konfrontiert sein werden, wird sich das Grundgerüst an Werten, Lebenseinstellungen ete. nicht verän- dern, sondern es werden sich bereits vorhandene Ausprägungen eher noch verstärken.Insbesondere müssen potenzielle Gäste in Zukunft noch gezielter im Marketing angesprochen werden. Eine neue Sicht auf Globalisierung sowie auf Zusammen- halt, Verantwortung, Gemeinschaft und Familie werden in Zukunft die touristi- schen Werbeaussagen prägen.Personen, die schon bisher auf Nachhaltigkeit, Re- duktion & Authentizität gesetzt haben, werden das noch mehr tun. Sie werden bei ihren Angeboten echten Klimaschutz, authentische Erlebnisse sowie soziale Gerechtigkeit gegenüber ihren Mitarbeitern in den Vordergrund rücken.Als erste Reaktion in Krisenzeiten neigt man leicht dazu, alle Marketinginvestitionen zurückzuschrauben. Dies kann zwar kurzfristig Einsparungen bringen, wirkt sich langfristig aber negativ aus. Um im sich ver- ändernden Markt auch künftig relevant zu bleiben, müssen alle Kanäle überprüft und optimiert werden.Zielgruppen, deren Werte sich rund um Individualis- mus, Freiheit und Multi-Optionalität drehen, werden im Urlaub verstärkt auf Erlebnisse (teils auch über Ländergrenzen hinaus) setzen und dabei intensi- ven Kontakt zu Menschen unterschiedlichster Kul- Für die Hotellerie stellt sich zudem die Frage, wie ein Betrieb nach dem Lockdown aus epidemio- logischer Sicht bestmöglich zu organisieren ist:Wo und wie können Kontakte reduziert und das Zusammenströmen größerer Menschenmengen verhindert werden? Welche Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Gäste können ergriffen werden? Welche Materialien müssen beschafft, welche Leistungen zugekauft oder welche innerbetriebli- chen Schulungen durchgeführt werden?Die größte Herausforderung im Hinblick auf die unsichere Sommersaison ist es, die richtige Strategie zu finden und anzuwenden, um bei wieder einsetzender Nachfrage das Optimum an Umsatz und Auslastung zu generieren.Eine Verlagerung des Fokus von den täglichen Mar- ketingaktivitäten hin zur gründlichen Vorbereitung ist entscheidend. Damit stellen Sie sicher, dass Ihr Betrieb zu Beginn des touristischen ReStarts“ hohe Qualität bieten und dem Mitbewerb einen Schritt vo- raus sein kann.turkreise suchen, um die Zeit der Isolation wettzu- machen“.Andere wiederum, die auch bisher einem traditio- nellen Wertekanon gefolgt sind, werden durch die Isolation und die damit einhergehenden (Existenz-) Ängste mehr Zeit mit der Familie verbringen wollen und ein regionales und lokales Angebot präferieren. Wer für anspruchsvolle Zielgruppen attraktive An- gebote machen will, muss sich in Zukunft vermehrt mit Slow-Travel Konzepten auseinandersetzen. Längst fordern und fördern lokale Initiativen einen qualitätsvolleren Umgang mit den touristischen Ressourcen.Laufende Szenarien-Analyse als HilfsmittelDie ständig variierenden Rahmenbedingungen las- sen die Entwicklungspotentiale von Ankünften, Nächtigungen und Auslastung und deren Einfluss auf Umsatz, Kosten und Liquidität nur schwer ab- schätzen, Ziel muss es sein, die betriebswirtschaft- liche Planbarkeit bestmöglich zu gewährleisten. Dafür müssen die wirtschaftlichen Auswirkungen verschiedener Szenarien simuliert werden.Entscheidend ist das Bewusstsein, dass diese Situa- tion irgendwann enden wird. Die laufende Anpassung und Einstellung auf verschiedene Szenarien hilft da- bei ungemein, die Zeit nach der Krise vorausplanen und die Kernprozesse rund um Marketing, Vertrieb, Controlling, Mitarbeitereinsatzplanung und Qualitäts- standards bestmöglich steuern zu können.Diese neue Grundhaltung wird mit Sicherheit stärker werden. Das Reiseleben nach Corona“ wird neuen Prinzipien folgen:vereinfachen weniger und bewusster ausgeben Fuß fassen sich einfügen auf Fremde und Locals vertrauen Dankbarkeit zeigen das Gewöhnliche wertschätzenDER AUTOR:Marco Riederer, MA, Leiter Revenue Management & e-Commerce bei Prodinger Tourismusberatung

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