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Stresstest mit Dreifach-Schock, „Nächtigungen sind halbe Wahrheit“

Der Tourismusausschuss wurde in seiner jüngsten Sitzung mit unerfreulichen Tatsachen konfrontiert – die geplante Steuerreform soll für Linderung sorgen

Mit harten Fakten konfrontiert wurden Ende Februar die Mitglieder des Tourismusausschusses im Nationalrat. Obmann Gerald Hauser hatte zu diesem Anlass Thomas Reisenzahn, den geschäftsführenden Gesellschafter der Prodinger Tourismusberatung, als Referenten geladen. Reisenzahn präsentierte aktuelle Betriebs-Kennzahlen der Ferienhotellerie für 2018 sowie die Ergebnisses eines „Stresstests“. Laut Reisenzahn stellen die durchschnittlich steigende Auslastung und die wachsenden Gesamterlöse pro Nächtigung nur eine Seite der Medaille dar. Die andere, kostenseitige, sieht deutlich trister aus: „Die enorme Steigerung der Mitarbeiter- und Energiekosten sowie der Provisionen geben zu denken“, so Reisenzahn. Ebenso seien die Nächtigungszahlen „nur die halbe Wahrheit“. So zeigte ein von Prodinger durchgeführter „Stresstest“ exemplarisch, dass ein Dreifach-Schock in den Kostenbereichen MitarbeiterInnen, Energie und Provisionen zu einem signifikanten Anstieg der durchschnittlichen Entschuldungsdauer auf 20 Jahre mit sich führen würde (zum Vergleich: Laut „Hotelcockpit 2018“ von ÖHV, ÖHT und Kohl & Partner erreichte die durchschnittliche Entschuldungsdauer zuletzt 11 Jahre). Um die Rahmenbedingungen für die Hotellerie zu verbessern, legte Thomas Reisenzahn dem Tourismusausschuss eine Reihe von Vorschlägen für die geplante Steuerreform der Bundesregierung nahe. Diese betrafen u.a. Erleichterungen bei der Lohnverrechnung, die Abschaffung der kalten Progression sowie bei Abschreibungen eine Senkung der Nutzungsdauer auf 33 Jahre bzw. für Wellness- und Sanitär-Einrichtungen auf 15 Jahre. Anzudenken wären auch Investitionsfreibeträge von 20 Prozent, Mitarbeiterbeteiligung, Altersvorsorge, das Thema Aushilfen und im Bereich Umsatzsteuer die Einbeziehung von Plattformen, wie Airbnb. Für einige der angesprochenen Punkte sieht Ausschuss-Vorsitzender Gerald Hauser durchaus Realisierungs-Chancen. Er will sich vor allem bezüglich einer verkürzten Abschreibungsdauer stark machen. Gerald Hauser ist zuversichtlich: „Die Anpassung der Abschreibungszeiträume an tatsächliche Nutzungsdauern ist im Regierungsprogramm der laufenden Legislaturperiode festgelegt worden.“

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