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MIT ALLEN WASSERN GEWACHSEN

Ein gesättigter Markt, der richtige Standort und der ewige Ruf nach der richtigen Positionierung. Österreichs Thermen sind mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Doch es gibt trotzdem Luft nach oben.Ö sterreichs Thermen zählen zu den besten der Welt, zahlreiche internationale Auszeichnungen wie der World Spa Award belegen das. Die Qualität ist hoch, die Eintrittspreise eigentlich auch. In den rund 40Thermen in Österreich pendeln sich die Eintritte pro Jahr seit der Überschreitung der Neun-Millionen-Eintritts-Marke 2013 ein, einmal mehr, einmal weniger. Für 2019 sind es sogar 9,5 Millionen Eintritte, ein überraschendes Plus von 1,4 Prozent zum Jahr davor.158 Millionen Euro wurden damit noch 2018 erzielt, 2019 lag der Eintritts-Umsatz schon bei 162 Millionen Euro, eine Prognose erlaubt die Aussicht auf eine weiterhin leichte Steigerung auf bis zu 166 Millionen Euro im heurigen Jahr. (Quelle: Branchenradar. com / Statista) Eine gute Nachricht, d enn steigende Eintrittserlöse bei gleichb leibenden Eintritten deuten auf eine Niveauverschiebung nach oben hin. Im Jahr 2 019 betrug der durchschnittliche Eintritts -preis von Thermen in Österreich rund 17 Euro. „Das ist ein starkes Wachstum, endlich machen sich die hohen Investitionen in Thermenanlagen und dazugehörige Betten bezahlt“, so Andreas Kreutzer, Herausgeber des Branchenradars.MITBEWERBER SIND AUCH KREUZFAHRTENDie Herausforderungen sind jedoch nicht weniger geworden, ein noch stärkeres Wachstum in den Besucherzahlen ist nicht in Sicht, man spricht eher von Umverteilung und Verschiebungen. Auch Tourismusberater Thomas Reisenzahn nennt einen weiteren ernstzunehmenden Mitbewerber für die Thermen, die sich ja in erster Linie an die Zielgruppe der Babyb oomer richten, wie er es formuliert. Denn g enau diese Zielgruppe ist es, die sich sehr f ür Kreuzfahren erwärmen kann, eine Alternative zu einem Erholungsaufenthalt i n Österreichs Thermen. „Die neue Ziel -ES WAR EINMAL, IN FRAUENKIRCHENEs begann mit einer klassischen Entstehungsgeschichte, die Region hatte Sehnsucht nach einer Therme. Denn Thermen bringen Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Infrastruktur. Als P artner für die Entwicklung konnte die VAMED Vitality World gewonnen werden, von der Standortfindung, über die Entwicklung, Planung und Errichtung bis hin zur Betriebsführung.Doch schon da gab es wesentliche Unterschiede, wie Hofmann berichtet: „Es war außergewöhnlich, dass es uns gelungen ist, 13 Gemeinden aus dem Seewinkel, von Neusiedl bis Illmitz zusammenzuschließen, um gemeinsam eine Therme zu entwickeln. “ Sie sind heute zu 23 Prozent und das Land Burgenland über die WIBUG zu 77 Prozent Eigentümer des Resorts, haben einen Pachtvertrag mit der VAMED, die auch an der Gesellschaft beteiligt sind. Als Klaus Hofmann im Frühjahr 2007 zur VAMED stieß, war der Standort schon gefunden. Ein Glücksfall, denn von allen zur Verfügung stehenden Standorten war der dieser der einzige, wo ein hauseigener See und die unmittelbare Nachbarschaft zum Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel vorhanden war. Heute ein ausschlaggebendes Asset für den erfolgreichen Sommerbetrieb des Resorts, die durchschnittliche Jahreszimmerauslastung lag zuletzt bei 80,6 Prozent.POSITIONIERUNG IST ALLESV on Beginn an stand die einzigartige Natur- und Kultur u mgebung im Mittelpunkt des Konzepts, anstatt einer klass ischen Therme eine Lodge, angrenzend ein Natura-2000-Gebiet und in Sicht- wie Fahrraderreichweite der Nationalpark.D enn auch Hofmann ist überzeugt, dass „warmes Wasseralleine nicht reicht, um Thermen erfolgreich zu betreiben. “ Heute, zehn Jahre nach der Eröffnung der St. Martins Therme und einer Erweiterung im Jahr 2014 arbeiten 300 Mitarbeiter in Frauenkirchen, viele noch aus der Region. Und damit ist auch das nahe Ungarn gemeint, ein Markt, der sehr wertvoll für den österreichischen Fachkräftemangel-gebeutelten Arbeitsmarkt ist: „Die pannonische Tiefebene macht nicht an der Grenze halt, unsere Mitarbeiter aus Ungarn sind authentische und wichtige Gastgeber. Ohne sie könnten wir den Betrieb nicht aufrechterhalten“, weiß Hofmann.Doch nicht nur in den letzten zehn Jahren haben sich Thermenmarkt und Thermengast grundlegend verändert, Hofmann vergleicht den Wandel gerne mit dem der Kinowelt. Als vor rund 20 Jahren noch überall immer größere Betriebe aufsperrten, übertraf man sich fast mit den Erfolgsmeldungen. Heute ist vielerorts ein Gegentrend zum großen Zusperren zu bemerken, obwohl das Trend Richtung zunehmender Qualität statt M asse zu bemerken. „Die Bereitschaft, sich an einer Thermenkassa anzustellen, ist vorbei. “ Dem entgegen wirkt der Premium-Trend, man zahlt gerne mehr für Privatshäre. Exklusive Spas, abgegrenze Bereiche und online buchbare Liegen sieht Hofmann als wichtige Tools für den neuen Thermengast.Es scheint zu funktionieren, 2019 wurden hier 220.000 Eintritte vermeldet, 110.000 Nächtigungen erreicht. Eine Spitzenauslastung für Betriebe in dieser Kategorie, in der Peripherie.Ein wesentlicher Unterschied ist auch, dass es in der St. Martins Therme schon vor zehn Jahren Dinge zu essen gab, die keine langen Wege hinter sich hatten. Es war damals nicht alltäglich, dass beispielsweise nur österreichisches Fleisch angeboten wird, der Wein oder die Wurst aus den umliegenden Orten kommen.Heute bleiben jährlich rund drei Millionen Euro an Wertschöpfung aus Speisen und Getränkeumsätzen in der Region. „Das w aren wir der Region schuldig“, meint Hofmann dazu wie selbstv erständlich.&4646K laus Hofmann, ist GF der St. Martins Therme, seit 13 Jahren bei der VAMED, und außerdem Vizepräsident der ÖHV.RIN: MARGAREt HA Ju RIK47gruppe der Generation X verstärkt in die Thermen zu bekommen, wird erfolgsentscheidend sein“, so Reisenzahn. Eine Aufgabe, die vielleicht durch eine scharfe Positionierung erreicht werden kann und sicherlich nicht durch Preiskampf.Das Thema Positionierung ist aktuell in aller Marketingmunde, Zielgruppenansprache und der richtige Standort weitere Erfolgsfaktoren. Ein Paradebeispiel der jüngeren Thermengeneration zeigt auf, wie es gehen kann, wenn man eben diese Faktoren von Beginn an im Auge behält: Klaus Hofmann ist CEO der St. Martins Therme & Lodge in Frauenkirchen im Burgenland. Das Thermenresort hat 2019 sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert, Hofmann erzählt Hotel & Touristik, auf welche Faktoren es tatsächlich ankommt, und aus Standort und Resort ein authentisches Angebot und Aushängeschild für eine ganze Region entstehen kann.Als Mitgliedsbetrieb der VAMED Vitality World verfügt die St. Martins Therme & Lodge über ein gesundes und starkes Unternehmen im Rücken – ein Faktor, der sich mehrfach auszahlt, wie Hofmann betont. Denn Eigenständigkeit und Positionierung werden getragen durch Synergien in Betriebsführung und gemeinsamen Marketingmaßnahmen, die an vielen Standorten erfolgreich sind.Thermen & WellnessDie St. Martins Therme sperrte 2009 zu Martini auf, es war das Grand Opening und ein besonderer Tag für Frauenkirchen und 12 weitere Gemeinden.Lesetipp! Eine exklusive Brancheneinschätzung zu Österreichs T hermen finden Sie online auf unserer Plattform Stammgast. Onlinemein haus

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