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Kalte Schulter der Regierung für Abschreibung und kalte Progression

7‚ v v ‚ „ ‚ . , Seite 18 3 [(alte Schulter der Regierung für ; Abschreibung und kalte Progressiort Kalte Schulter der Regierung für Abschreibung und kalte Progression Die Reaktionen des Tourismus auf die geplante Steuerreform fallen gemischt aus — vor allem das Fehlen von im Regierungsprogramm vereinbarten Maßnahmen wird bemängelt Begrüßen die Maßnahmen der Regierung, sehen aber auch Anreize zu Verbesserung; Michaela Reitterer und Thomas Reisenzahn Am Dienstag dieser Woche stell— te Österreichs Bundesregierung Details über die geplante Steuer— reform vor. Bereits am Wochen- ende waren erste Informationen durchgesickert. Den größten Brocken des rund 6,5 Mrd. Euro schweren Paketes (inkl. der be- reits gesetzten Maßnahmen sind es 8,3 Mrd. Euro) kommt der Entlastung von Arbeitneh— merlnnen bei Lohn- und Ein- kommensteuer zugute. Darüber hinaus kommt — für Arbeitgeber erfreulich — eine einheitliche Dienstgeberabgabe. Reduziert Wird auch die Körperschafts— steuer (KÖSt). Die Maßnahmen sollen ab 2020 in mehreren Iahresschritten in Kraft treten und * so der Plan — nicht durch Schulden, sondern durch Ausgabenkürzungen (so- wie stille Progression‚ die wird vor 2023 nicht abgeschafft) finan— ziert werden. Das gesamte Paket soll noch vor dem Sommer im Nationalrat beschlossen werden. Die Körperschaftssteuer (KÖSt) auf Unternehmensgewinne soll in einem ersten Schritt von momentan 25 auf 23 Prozent sin- ken und 2022 auf21 Prozent. Der— zeit liegt der Körperschaftssteuer- satz für juristische Personen bei 25 Prozent (bis 2005 waren es 34 Prozent). Im EU—28-Durch— schnitt sind es 21,9 Prozent. Dazu kommen Maßnahmen, wie erleichterth Pauschalierungen für Kleinunternehmen und die Erhö- hung des Grundfreibetrags von 30.000 auf100‚000 Euro. In einer ersten Stellungnahme hat die Österreichische Hotcf liervereinigung (ÖHV) die ge— plante Entlastung der Arbeit begrüßt, vermisst aber Investi- tionsanreize (von den im Regie— rungsprogramm angekündigten kürzeren Abschreibungsdau— ern ist noch nichts zu sehen). ÖHV—Präsidentin Michaela Reitterer: „Es wird nicht jeder Mitarbeiter und jeder Betrieb von jeder Maßnahme profitie- ren. Es wird aber für alle etwas dabei sein.“ Positiv werte Reitterer, „dass das Steuer— und Abgabensys— tern bis hin zur lange erwarte— ten einheitlichen Dienstgeber- abgabe vereinfacht und um ‚grüne Kornponenten‘ erweitert wird“, ebenso „die Erhöhung der GWG—Obergrenze.“ Kritischer sieht die Analyse der geplanten Steuerreform von Seite der Prodinger Beratungs gruppe aus. Geschäftsführer Thomas Reisenzahn: „Die Re— gierung so te mutiger sein, um die Betriebe zukunftsfitter zu machen.“ Für ihn wären „die so— fortige Abschaffung der kalten Progression (nicht erst 2023) und eine Vereinfachung der Lohn» steuerberechnung zusammen ein noch effizienteres Konjunk- tur-Ankurbelungsprogramrn.“ Alleine für das Anlegen eines Mitarbeiters im Lohnsteuer- system benötige man aktuell 40 Minuten: „Statt an den Tarifen nur ein bisschen zu schrauben‚ gehört das ganze System radikal vereinfacht.“ Auch die „Bagatellen im Steuer—‘ dschungel“ sollten Thomas Reisenzahn zufolge „möglichst rasch ausgeholzt werden.” An der Spitze stehen für mich die „Lust— barkeitsabgabe und die Grund- bucheintragungsgebühr.“ Auch die Streichung der Veröffentli- chungspflicht in der Wiener Zei- tung gehöre angegangen. Ein richtiger Schritt ist fiir Reisenzahn die Mitarbeiter— ‚´ Erfolgsbeteiligung, die allerdings noch auf die Praktikabilität für den Tourismus überprüft ge- hört. Komplett vergessen wurde hingegen „auf die Causa prima für die Hotellerie, die Abschrei- bung.“ Mit der derzeitigen Ab— schreibungsfrist von 40 Jah- ren produziere man am Markt vorbei, „da keiner von uns im Urlaub in einem derart abgewohn— ten Zimmer schlafen möchte.“ Es brauche hier „mehr Flexibilität, damit wirksame Investitionsan- reize entstehen.“ Bleibt zum Schluss noch anzu- merken: Auch die Schaumwein- steuer Wird wieder einmal ab- geschafft (angeblich mit 1. April 2022 und kein Aprilscherz). Im ersten Weltkrieg als Kriegssteuer eingeführt, wurde sie 2005 von der damaligen Bundesregierung „auf Null gestellt“, um 2014 neu— erlich zur Wirkung zu kommen. Sie umfasst ein Volumen von 20 Mio. Euro und habe — so die Begründung — der Wirtschaft „nicht gutgctan.” Günther Greul hatte diesbezüglich bereits in seiner Kolumne „Durchgeblickt“ im Februar 2014 den richtigen Ansatz: „Diese Steuer ist einfach dumm.“- 7‚ v v ‚ „ ‚ . , Seite 18 3 [(alte Schulter der Regierung für ; Abschreibung und kalte ProgressiortKalte Schulter der Regierung für Abschreibung und kalte ProgressionDie Reaktionen des Tourismus auf die geplante Steuerreform fallen gemischt aus — vor allem das Fehlen von im Regierungsprogramm vereinbarten Maßnahmen wird bemängeltBegrüßen die Maßnahmen der Regierung, sehen aber auch Anreize zu Verbesserung; Michaela Reitterer und Thomas ReisenzahnAm Dienstag dieser Woche stell— te Österreichs Bundesregierung Details über die geplante Steuer— reform vor. Bereits am Wochen- ende waren erste Informationen durchgesickert. Den größten Brocken des rund 6,5 Mrd. Euro schweren Paketes (inkl. der be- reits gesetzten Maßnahmen sind es 8,3 Mrd. Euro) kommt der Entlastung von Arbeitneh— merlnnen bei Lohn- und Ein- kommensteuer zugute. Darüber hinaus kommt — für Arbeitgeber erfreulich — eine einheitliche Dienstgeberabgabe. Reduziert Wird auch die Körperschafts— steuer (KÖSt).Die Maßnahmen sollen ab 2020 in mehreren Iahresschritten in Kraft treten und * so der Plan — nicht durch Schulden, sondern durch Ausgabenkürzungen (so- wie stille Progression‚ die wird vor 2023 nicht abgeschafft) finan— ziert werden. Das gesamte Paket soll noch vor dem Sommer im Nationalrat beschlossen werden.Die Körperschaftssteuer (KÖSt) auf Unternehmensgewinne soll in einem ersten Schritt von momentan 25 auf 23 Prozent sin- ken und 2022 auf21 Prozent. Der—zeit liegt der Körperschaftssteuer- satz für juristische Personen bei 25 Prozent (bis 2005 waren es 34 Prozent). Im EU—28-Durch— schnitt sind es 21,9 Prozent. Dazu kommen Maßnahmen, wie erleichterth Pauschalierungen für Kleinunternehmen und die Erhö- hung des Grundfreibetrags von 30.000 auf100‚000 Euro.In einer ersten Stellungnahme hat die Österreichische Hotcf liervereinigung (ÖHV) die ge— plante Entlastung der Arbeit begrüßt, vermisst aber Investi- tionsanreize (von den im Regie— rungsprogramm angekündigten kürzeren Abschreibungsdau— ern ist noch nichts zu sehen). ÖHV—Präsidentin Michaela Reitterer: „Es wird nicht jeder Mitarbeiter und jeder Betrieb von jeder Maßnahme profitie- ren. Es wird aber für alle etwas dabei sein.“Positiv werte Reitterer, „dass das Steuer— und Abgabensys— tern bis hin zur lange erwarte— ten einheitlichen Dienstgeber- abgabe vereinfacht und um ‚grüne Kornponenten‘ erweitert wird“, ebenso „die Erhöhung der GWG—Obergrenze.“Kritischer sieht die Analyse der geplanten Steuerreform von Seite der Prodinger Beratungs gruppe aus. Geschäftsführer Thomas Reisenzahn: „Die Re— gierung so te mutiger sein, um die Betriebe zukunftsfitter zu machen.“ Für ihn wären „die so— fortige Abschaffung der kalten Progression (nicht erst 2023) und eine Vereinfachung der Lohn» steuerberechnung zusammen ein noch effizienteres Konjunk- tur-Ankurbelungsprogramrn.“ Alleine für das Anlegen eines Mitarbeiters im Lohnsteuer- system benötige man aktuell 40 Minuten: „Statt an den Tarifen nur ein bisschen zu schrauben‚ gehört das ganze System radikal vereinfacht.“Auch die „Bagatellen im Steuer—‘ dschungel“ sollten Thomas Reisenzahn zufolge „möglichst rasch ausgeholzt werden.” An der Spitze stehen für mich die „Lust— barkeitsabgabe und die Grund- bucheintragungsgebühr.“ Auch die Streichung der Veröffentli- chungspflicht in der Wiener Zei- tung gehöre angegangen.Ein richtiger Schritt ist fiir Reisenzahn die Mitarbeiter—‚´ Erfolgsbeteiligung, die allerdings noch auf die Praktikabilität für den Tourismus überprüft ge- hört. Komplett vergessen wurde hingegen „auf die Causa prima für die Hotellerie, die Abschrei- bung.“ Mit der derzeitigen Ab— schreibungsfrist von 40 Jah- ren produziere man am Markt vorbei, „da keiner von uns im Urlaub in einem derart abgewohn— ten Zimmer schlafen möchte.“ Es brauche hier „mehr Flexibilität, damit wirksame Investitionsan- reize entstehen.“Bleibt zum Schluss noch anzu- merken: Auch die Schaumwein- steuer Wird wieder einmal ab- geschafft (angeblich mit 1. April 2022 und kein Aprilscherz). Im ersten Weltkrieg als Kriegssteuer eingeführt, wurde sie 2005 von der damaligen Bundesregierung „auf Null gestellt“, um 2014 neu— erlich zur Wirkung zu kommen. Sie umfasst ein Volumen von 20 Mio. Euro und habe — so die Begründung — der Wirtschaft „nicht gutgctan.” Günther Greul hatte diesbezüglich bereits in seiner Kolumne „Durchgeblickt“ im Februar 2014 den richtigen Ansatz: „Diese Steuer ist einfach dumm.“-

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