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Großes Winter-Minus selbst im Idealfall

T o u rismu sber a t e r P r o d i n g e r h a t d r e i S z e narie n f ür d ie W i n t e r s a i son s kiz z iert.B e s t e nf a lls s ink e n d ie N ächti g u ng e n um 12%. In den – derzeit wohl wahrscheinlicheren – anderen Szenarien sieht der Berater ein Minus von bis zu 50%.Trübe Aussicht für den WinterInnsbruck – Weltweite Reisebeschränkungen und die zahlreichen Corona-Einschrän- kungen treffen den Tiroler Tourismus hart. Gastronomie und Hotellerie wurden unlängst als Erste auch zwangsgeschlossen und in den November-Lockdown geschickt.Vergangenes Wochenende wurdeder Lockdownab Dienstag für viele andere Branchen bekannt gegeben. Ob und in welcher Form die touristische Wint er sa is on stat tf in d et, is t derzeit noch völlig offen. Die Tourismusberatung Prodinger, die Tourismusbetriebe au ch in St euerfragen ve rtritt, hat in einer Simulation unter Berücksichtigung des November-Lockdowns drei mögliche Szenarien für den kommenden Winter skizziert.1 In ihrem „Worst Case“ – a l s o i m s c h lech t es t en d er drei Szenarien – geht Prodinger für Tirol von einem Einbru ch de r Näc hti gun gen g egenüber dem Rekordwinter 2018/19 – der letzten vollen Wintersaison – um rund 46% auf etwa 15 Millionen Übernachtungen aus. Für dieses Szenario setzten die Experten voraus, dass im Februar 2021 eine dritte Corona-Welle beginnt, verbunden mit massiven Reisewarnungen gegenüber Österreich und damit einem faktischen Tourismus-Lockdown. Betriebe würden Ende Februar schließen und bis Saisonende nicht mehr öffnen. Laut Daten der Gesellschaft für Angewandte W ir t scha f t s for s ch u ng ( GAW) würde ein solcher Nächtigungsausfall von 50 % die Beherbergung und Gastronomie rund 1,2 Mrd. Euro Wert-Ungetrübter Winterspaß dürfte in der kommenden Saison nur schwer aufkommen: Derzeit ist die Frage nur, wie hoch das Minus ausfällt.schöpfung und 12.000 Jobs kosten, Tirols Wirtschaft 2,9 Mrd. Euro und 26.000 Jobs.2 In ihrem „Bad Case“ – also im schlechten Szenario – kommt Prodinger für Tirol auf einen Nächtigungsrückgang im Vergleich zu 2018/19 von 21,7% auf 21,6 Millionen Übernachtungen. In diesem Szenario werden langsamere Lockerungsschritte im Dezember vorausgesetzt, wobei erheblich e Einschränk ungen bis ins Frühjahr bestehen bleiben. Weite Teile Öst er r ei c hs w er d en i m F ebru a r auf Orange gestellt, in einzelnen Skidestinationen treten Cluster auf. Es kommt zu verschärften Maßnahmen in Hotellerie, Gastronomie und bei Veranstaltungen sowie zu Kapazitätseinschränkungen in Skigebieten. Deutschland stuft einige Regionen Österreichs weiterhin als Risikogebiet ein, was die Reiselust in Tirols wichtigstem Quellmarkt senkt. Der Inlandstour ism u s a be r b l eib t r e c h t s tabil. Nach GAW-Zahlen kostet ein 30%iger Nächtigungsrückgang Tirols Wirtschaft 1,7 Mrd. Euro Wertschöpfung und 16.000 Jobs.3 Im „Best Case“ – also im g ünst i gste n F a ll – s i nk e n die Winter-Nächtigungen gegenüber 2018/19 nur um knapp12%. Prodingernimmt für diesen Fall an, dass Gren-zen weitgehend offen bleiben und es kaum Reisewarnungen gibt. Die Corona-Ampeln bleiben im Frühjahr auf Grün und Gelb, was den Inlandstourismus nur minimal hemmt. Im Winter 2020/21 werden europaweit erste Covid-Impfungendurchgeführt, im Frühjahr ist der Impfstoff für alle verfügbar.Es gibt zudem einheitliche Test-Regelungen, geänderte Taktzeiten und begrenzte Beförderungskapazitäten in Skigebieten sowie längere Öffnungszeiten. Es werden Schlauchschals ausgegeben und das Management bei Kassen und Zugängen verbessert.Esgibtein Konzeptfürdie Berg-gastronomie, kein Après-Ski, dafür Abwasser-Monitorings.Gäste könnten sich in Screening-Labor-Bussen testen lassen. Im Covid-Verdachtsfall wird einheitlich vorgegangen: Tests, Isolationszentren und Contact Tracing, Auswertung von Bewegungsprofilen und ein Kommunikationskonzept, das Sicherheitund Kompetenz ausstrahlt.Bis zur früheren Normalität w erde e s a ber J ahre d auern, meint Prodinger. „Wirrechnen frühestens 2023 bis spätestens 2025 mit einer Rückkehr auf Vorkrisenniveau. Alles unter der Voraussetzung, dass keine erneute Verschlechterung des Pandemieverlaufs eintritt. “Wien – Tourismus-Saisonniers, die meist erst ab Mitte Dezember eingestellt werden, können nicht gleich in Kurzarbeit. Dies ist erst nach einem vollen Beitragsmonat möglich, warnen die Berater von Prodinger. Angesichtsdes Lockd owns u nd d er t rü b en Geschäftsaussichten für den Winter wäre Kurzarbeit das Mittel der Wahl.Für eine funktionierende Wintersaison müsse aber die Wartefrist des Beitragsmonats fallen, f ordert d ie B eratungsgruppe.„Problematisch ist d ie L age j ener B etriebe, meist Ferienhotels mit dem überwiegenden Anteil an startenden Mitarb eitern, d ie i m N ovember vielerorts ohnehin geschlossen haben und voraussichtlich erst Mitte Dezember öffnen“, erklärte Lukas Prodinger. Die Beschäftigungsverhältnisse beginnen somit erst im Laufe des Dezembersunddererste volle Beitragsmonat wäre dann der Jänner. Nach aktueller Rechtslage wäre die Kurzarbeit dann erst mit 1. Februar 2021 möglich. Und da „liegt derz eit d er Has e im Pfeffer“, so Prodinger. (APA)Trübe Aussicht für den WinterInnsbruck – Tourismusberater Prodinger hat drei mögliche Szenarien für Tirols Wintersaison skizziert. Sie basieren auf diversen Annahmen zur Entwicklung der Corona-Pandemie bzw. den Maßnahmen dagegen. Bestenfalls sinken demnach die Nächtigungen in Tirol im Winter um etwa 12% im Vergleich zur Rekordsaison 2018/19 – der letzten vollständigen Saison. In den – derzeit wahrscheinlicheren – anderen Szenarien sieht der Berater ein Minus von bis zu 50%.Mehr auf Seite 16Kurzar be it: Hürden fürV on M ax S trozziFoto: TT/ArchivS a i sonnier s

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