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Ein funke Verstand?Die Hoffnung lebt!

Dass der Tourismus kein Selbstläufer ist, zeigen die nackten Zahlen. Zwar kommen mehr Gäste und die Erlöse steigen leicht, aber letztere kommen in den Betriebser gebnissen nicht an, da die Kosten noch kräftiger steigen.I nsbesondere für Mitarbeiter, Energie und Provisionen nimmt der Aufwand stetig zu. Daher ist es eine zentrale Aufgabe der Politik, die heimischen Betriebe zu entlasten.Unterstützt durch konjunkturellen Rückenwind hatte die Regierung unter dem jüngsten Altkanzler in den letzten 16 Monaten an vielen Stellschrauben richtig gedreht. Nicht zuletzt war der Tourismus im Regierungsprogramm so fest verankert wie noch nie. Durch das schonungslose Aufdecken des politischen Verständnisses, inwieweit der Eingriff in die Wirtschaft gehen sollte, zerriss bekanntlich die Regierung und mit ihr das Regierungsprogramm. Ein erster Ministerialentwurf für die Steuerreform kam ja noch vor dem Kanzlersturz in Begutachtung. Wir sollten genau beobachten, welche Partei sich klar und deutlich für die Umsetzung der Programmpunkte ausspricht und diese auch tatsächlich in die Wege leitet. Nur die Partei, die eine gesetzliche Umsetzung initiiert, sollte am Wahltag belohnt werden: • NeueSteuerstufenfürmehr„Netto“vomBrutto Die Herabsetzung der Steuerstufen in der Einkommensteuer soll sukzessive erfolgen. Im Jahr 2021 soll die erste Steuerstufe von 25 Prozent auf 20 Prozent gesenkt werden. Im bisher vorgesehenen Wahljahr 2022 sollte die Reduktion der nächsten zwei Steuerstufen erfolgen, von 35 Prozent auf 30 Prozent und von 42 Prozent auf 40 Prozent. Die drei letzten Steuerstufen sollten ab einem jährlichen Einkommen von 60.000 Euro unverändert bleiben.• KalteProgression Die sofortige Abschaffung der kalten Progression und eine Vereinfachung der Lohnsteuerberechnung für Mitarbeiter wären ein effizientes Konjunktur-Ankurbelungsprogramm.• Körperschaftssteuer Die Besteuerung von Körperschaften soll schrittweise ab dem Jahr 2022 von derzeit 25 Prozent auf 23 Prozent und ab 2023 auf 21 Prozent reduziert werden. Die letzte Anpassung der Körperschaftssteuer geht auf das Jahr 2005 zurück. Da Österreich im internationalen Wettbewerb als Hochsteuerland eingestuft wird erscheint eine Annäherung an den EU-Durchschnitt (21,16 Prozent) durch eine Tarifreform mehr als überfällig.• VerkürzungderAbschreibungszeiten Mit der derzeitigen Abschreibungsfrist von 40 Jahren produziert man am Markt vorbei, da kein Gast im Urlaub in einem derart abgewohnten Zimmer schlafen möchte!• MitarbeitererfolgsbeteiligungDie angekündigte Mitarbeitererfolgsbeteiligung wäre ein effektiver und wichtiger Punkt! Prämiensysteme (variable Lohnbestandteile) könnten sehr gut steuerneutral abgewickelt werden.• Gewinnfreibetrag Die Ausweitung des Gewinnfreibetrages auf 100.000 Euro wäre eine brauchbare Maßnahme.Es liegt jetzt an den Mitgliedern des Parlaments und an den Kräften der Vernunft, die geplanten Projekte umzusetzen.Aber eine simulierte Vorausschau schadet nicht.Thomas Reisenzahn ist akadem. geprüfter Tourismuskaufmann, Betriebsökonom, durchlief in seiner Laufbahn alle Bereiche des Hotelgewerbes. Er war außerdem Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) und ist derzeit Geschäftsführer und Gesellschafter der Prodinger Beratungsgruppe.www. prodinger. atDas operative Ergebnis, das mit dem GOP (Gross Operating Profit) gemessen wird, war im Winter 2018/19 rückläufig.DER auto R

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