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Die Wahrheit hinter Tourismus-Rekorden

K annsich die Hotellerie noch mit klassischen Mitteln finanzieren? “ lautete die Kernfrage beim ersten Branchenfrühstück der Fachgruppe Hotellerie gesterninder Villa Blankain Innsbruck. Hintergrund ist eine Wellevon Betriebsübergaben, dielaut Fachgruppenobmann Mario Gerber auf Tirolzurollt(siehe Interviewrechte Seite). Junge Unternehmer, die neu in das Ges chäft ein steigen, s indeinerseitsmiteiner Bürokratielawine konfrontiert, anderers eits i st e s f ürsie zu nehmend schwerer, von der Bank frisches Geld zu bekommen.„Investitionen in die Qualitätsindaberwichtig“, betont Gerber, „Betten haben jedochschonwirgenug! “Mit Thomas Reisenzahn (Prodinger Gruppe) analys ierte ein absoluter E xperte diederzeitige Lageimösterreichischen Tourismus. Tir ol v erfügt mi t 5 000 Ho telbetriebenüber ein Drittel des gesamtösterreichischen Angebots. Seine wichtigsten Aussagen: | In10Jahrenistdie Auslastungnurum10%gestiegen.Gleichzeitig hat ein Bettenwachstum speziell in der Vier-und Fünfstern-Kategoriestattgefunden.| Noch nie waren so viele Mitarbeiter im Tourismus beschäftigt wie jetzt. Die Höchstbeschäftigung führt aberdazu, dassdie Mitarbeiterkosten für die Betriebe starknachobengehen.| Di e Um s ätze st agnie re n bzw. istvon2000 bis2017 nureinleichter Anstiegfestzustellen. Gleichzeitigstagnierendie Preise.| Laut Tourismusanalyse sind die Preise in anderen europäischen Länderndeutlichnachobengegangen, Tir ol w erde i m i nternationalen Vergleich als sehr günstig wahrgenommen.| Das operative Ergebnis (Erlöse minus Aufwendungen)seium18%gesunken: Durch höhere Mitarbeiterkosten, höhere Provisionen (z. B. booking. com15%)und höhere Energiekosten, rechnete Reisenzahnvor.| Die Eigenkapitalquoteist von9auf13%gestiegen, die Entschuldungsdauer von 14,8 a u f 11Ja h re ge su nken.Stark gestiegen seien die Bankenaufschlägebei Unternehmenskrediten, diesereichennunvon0,3bis4Prozent, berichtetedereingeladene Bankenfachmann Markus Tollinger(Raika).„Manmusssichdie Übern achtungszahlen g enau a nschauen“, meinte Reisenzahn, „die Bilanzen sindWarumbrauchtesneue Fin anzierungsmod e lle i m T ir oler Tourismus?W ir w issen, d ass e ine Übergabewelle bevorsteht.D ie j ungen U nternehmen kommenaberschwereran G eld, w eil i n d en B anken Risikomanager entscheidenundnicht Bankdirekto-durchdasallgemeinniedrige Zinsniveau geschönt“. Das w irke s ich a uch i n d er I nsolvenzstatistikaus: „Die Zahlensindstarkzurückgegan-ren, die vielleicht die Unternehmerfamilie persönlichkennen. Mandarf die Jungen nichtvergraulen. Ein Viertel plant Betriebsauflösungen,8%den Verkauf. Allerdingswilldie Hälfte mit Familienmitgliedernweitermachen.W e n n d er T o u rismus i n T iroler Hand gehört, wie Sie sagen, warum sind dann so v iele R ussen d a?Weil die Rahmenbedingungen für heimische Unternehmer so schwer s ind.E in I nvestor p er s e i st j a n ichts S chlechte s, a ber f alsch b etriebene I nvestorenmodelle, dafür hatwed er d ie B evölkerun g n o ch die Branche Verständnis.W e r d e n d ie k leinen F a m ilienbetriebe zwischen all den Großenaufgerieben?gen. “ Die Banken koppeln Kreditvergaben an strenge A uflagen.„ Sie h orten n un s o viel Bargeld, dassdie Tresore knapp werden“, schilderteDie Betriebemiteiner Bettenzahlvon50bis120hat’s amschwierigsten. Mein Ansatzals Hotellerie-Obmann ist, diese Gruppezustärken.Was sagen Sie dazu, dass viele versuchen, mit Dumpingangebotenihre Hautbzw.i hr e n B etrieb z u r e t ten?Wirbraucheneinebessere Preisdurchsetzung. Es macht einen Riesenunter-Reisenzahn. Den Unternehmern stünden aber viele M öglichkeiten o ffen, e twaige Finanzierungslücke zu schließen(siehelinks).schied, obmanobenbeim Trichter10Euromehrhineinschüttet. Speziell die Landeshauptstadt mit ihren riesigen sportlichen undkulturellen Angeboten müsste das beherzigen.Gleichzeitigplädiereichfür b essere E xit-Möglichkeiten, wenn Unternehmer ihren Betrieb tatsächlich schließenwollen.Die Wah rheit hTIROL| Konkurrenzdruck, Mitarbeitermangel, Problemebeider Finanzierungneuer Projekte | N iedriges Z insniv e au s chönt d ie S tatistik e nThomas Reisenzahnvonder Prodinger Gruppemit Hotellerie-Obmann LAMario Gerber(VP)interPHILIPPNEUNER„Preisemüssen nachoben! “Mario Gerber, Obm ann d er F achgruppe H otellerie, ü ber d ie Probleme im Tiroler Tourismusundseine Lösungsvorschläge.Hotelbetriebe müssenlaufend renoviertwerden.F a l sch b etriebene I n v e s tor e nmodelle sorgenfürkalte Betten, warnt LAGerber.

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