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Die Hotel-Führungskraft der Zukunft

Die Anforderungen an einen zukunftsfitten hotelmanager haben sich nicht zuletzt durchEffiziente Mitarbeiterführung und gelungene Zusammenarbeit bleiben zwar auch zukünftig strategische Erfolgsfaktoren, durch den Wandel in Demographie und Gesellschaft und die zunehmende Komplexität der Arbeit nimmt Führung aber eine i mmer wichtigere Rolle ein. Touristische Führungskräfte müssen nicht nur selbst mit der hohen Unplanbarkeit und permanenten Schockmomenten klar kommen, sondern gleichzeitig Liquidität sichern, an die Zukunft denken und Mitarbeiter arbeitsfähig halten sowie Zuversicht ausstrahlen.Der Job eines touristischen CEOs ist mit der Zeit immer a nspruchsvoller geworden. Während es früher einen Hang zum Personenkult gab, gilt heute, als CEO in den Hintergrund zu rücken. Die Erwartungshaltung von Erfolgen ist dabei allerdings unverändert geblieben. Was heute dazukommt, ist die möglichst nachhaltige Absicherung des Geschäfts.E ine weitere Herausforderung ist die Generationen-Vielfalt am Arbeitsmarkt: Gekürzte Ausbildungszeiten und die Erhöhung des Pensionsantrittsalters führen zu erheblich längeren Erwerbszeiten. Die Folge davon ist, dass mittlerweile bis zu fünf Generationen gleichzeitig am Arbeitsmarkt tätig sind. Dies erfordert von Führungskräften, dass sie die Werte, Einstellungen und Erwartungshaltungen jeder Generation kennen und entsprechend reagieren. Digitalisierung und damit einhergehend immer neue Tools und Systeme machen zusätzlich zu schaffen und es stellt sich die F rage, ob der Hotelbetrieb damit passend ausgestattet ist, um in einem drastisch veränderten Umfeld weiterhin effektiv agieren zu können? Welche Fähigkeiten müssen zusätzlich ausgebaut werden, um im digitalen Zeitalter als Hoteldirektor zu bestehen?Erfolgreiche Hotelmanager der Zukunft müssen Führungsqualitäten aufweisen und auf Veränderungen in unserer schnelllebigen Welt reagieren können. Es muss auch die Frage erlaubt s ein, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege aktiv zu hinterfragen. Möglicherweise gibt es Bereiche, in denen die Kompetenzbereiche von bestehenden Mitarbeitern besser aufgehoben sind. Andere essentielle Fachbereiche werden im Gegensatz dazu womöglich gar nicht adäquat abgedeckt. CEOs sollten sich auch auf das fokussieren, was sie am besten können und alles andere delegieren. Das Finden der Balance zwischen Geschäftsabsicherung, Conversion-Optimierung und Gästezufriedenheit gilt als eines der Erfolgsgeheimnisse. Hinter den Kulissen müssen Netzwerke und Kooperationen gefördert und Teams richtig und zielorientiert zusammengestellt und motiviert werden. Gerade in der Krise haben Themen wie Teamaufbau und dieTeamförderung leider deutlich an Bedeutung verloren. Oftmals lag der Fokus (verständlicherweise) auf Effizienz und Schadensbegrenzung. Gerade die viel umworbene Generation Y verlangt von Führungskräften eine außerordentliche kommunikative F ähigkeit. Sie müssen in der Lage sein, Visionen und Ideen mit dem Team zu kommunizieren, zuhören zu können, die Mitarbeiter zu verstehen sowie für jeden einzelnen die richtige Gesprächsbasis finden. Nur eine Führungskraft, die mit den Mitarbeitern interagieren kann, ist eine effektive Führungskraft.Besonders von Bedeutung sind neben Allgemeinwissen und Hausverstand auch starke Persönlichkeitsmerkmale.Zunächst müssen die bestehenden Arbeitsabläufe und -vorgänge hinterfragt werden. Sind diese in einer neuen Arbeitswelt weiterhin relevant beziehungsweise ergebnisorientiert aufgestellt?Auch die Art der Kommunikation wird auf die Probe gestellt: M itarbeiter beobachten genau, ob die kommunizierten Werte auch selbst gelebt werden. Was es braucht, um bestehen zu können, ist eine Änderung der eigenen Haltung als Führungskraft. Das entspricht auch dem Prinzip der Agilität: Es geht darum, mit vielen kleinen Schritten ans Ziel zu kommen, den eigenen Fortschritt immer wieder zu reflektieren und das Vorgehen, wenn nötig, zu adaptieren. Das führt zwingend auch zu besseren Ergebnissen und in den meisten Fällen auch zu schnellerer Zielerreichung.Die Kompetenzen eines CEO der Zukunft lassen sich grob auf folgende drei Wissensbereiche unterteilen: •1/3touristischesBranchenwissen: DasWissenüberdieklassischen Abläufe in der Hotellerie bleibt ein wichtiger Bereich, wenngleich dies allein nicht mehr reicht, um ein Hotel erfolgreich zu führen. Verschiedene Entwicklungsszenarien für den Betrieb müssen geplant und ständig adaptiert werden.•1/3Transformationswissen: DerHoteldirektorvonmorgen b raucht eine generalistische Grundkompetenz. Integrative Tourismuszukunftsforschung sowie Umsetzung und Analysefähigkeit von neuen Rahmenbedingungen (z. B. Fördermöglichkeiten, gesetzliche Änderungen …) bilden einen wichtigen Kompetenzbereich.•1/3digitalesWissen: InderdigitalenTourismusweltbleibt kein Stein auf dem anderen. Das Wissen rund um neue Tools und Entwicklungen (Revenue Management, Bewertungsportale, Social Media, Benchmarking, Mobile Marketing, Buchbarkeit auf der Website, Online-Buchungsplattformen, Hotelsoftware-Erfahrung …) bildet den Grundstock für die erfolgreiche Führung eines Hotels.die coronakrise maßgeblich verändert.HerausforderungenWelche Kompetenzen sind gefragt?Autor: Thomas ReisenzahnAgile FührungA uf 3 Wissensbereiche kommt es anProdinger Tourismusberatung | Thomas Reisenzahn, t. reisenzahn@prodinger. at | tourismusberatung. prodinger. atho TEl&DESi GN Nr. 2 | APril/MAi 202137

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