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Das Wettrennen um den Inlandsgast

Wie rasch eine Branche am Abgrund stehen kann, haben die letzten Monate gezeigt. Ein unerwarteter, brutaler Dämpfer wirkt sich umgehend auf alle Wertschöpfungsbereiche aus. Der Großteil davon ist auf steigende Zahlen ausgerichtet.Die jüngste, international noch nicht überstandene Krise hat ein Buhlen um den Inlandsgast ausgelöst. Sämtliche Ebenen im Tourismusmarketing, von der ÖW über Länder und Destinationen b is hin zu den Verbänden und Betrieben, haben ein Wettrennen um die begehrten Gäste gestartet. Das Werbe-Feuerwerk war zuletzt nicht zu übersehen, aber leider auch ziemlich unkoordiniert.Zwanghaft wurden weitgehend austauschbare Sujets und Slogans vermittelt, einzig bei den Organisationslogos kam es zu e iner Abgrenzung. Der werbliche Föderalismus hat uns wieder einmal die Schwächen in unserem Tourismusdenken deutlich gemacht. Wo doch alle über Grenzöffnungen begeistert waren, wurden die Grenzen in der Inlandswerbung, trotz austauschbarer Angebote, streng eingehalten.Das Abklatschen am Berg, „es geht bergauf“, die Auferstehung einer inhaltslosen Retro-Sommerfrische, Geografie-Stunden mit dem „Wilden Westen“ und vom „Süden, der so nah ist“ – all dies grenzt schon oft an den Hilfeschrei einer Daseinsberechtigung.D ass viele Marketing-Ebenen im Inland nicht benötigt werden, sollte eigentlich schon längst bekannt sein. Bundesländer bedürfen kaum der Werbung, sinnvoll erscheint nur eine betriebliche oder regionale Ansprache.Eine große Herausforderung ist, dass sich digitale Prozesse nur selten flexibel und einfach auf das traditionelle Geschäft und die bestehenden Strukturen übertragen lassen. Entsprechend hoch ist der Druck für LTOs und Destinationen, ihre klassischen Geschäftsmodelle auch kritisch zu hinterfragen und anzupassen.Eines hat der Shutdown deutlich gezeigt: Der Onlineverkauf hat insbesondere im Handel neue Höhen erreicht. Kann man dar aus schließen, dass Buchungsstrecke und Wertschöpfungskette funktionierten? Nur bedingt. Online buchbar waren alle Akteure nur sehr eingeschränkt. Es fiel auf, dass viele Systeme nicht mehr den e Commerce-Standards entsprechen oder der Gast gar über die teuerste Schiene, jene der (Online-Travel-Agencies) OTAs.g eleitet wurde. Es wurde in den letzten Jahren trotz europaweit groß angelegter Direktbuchungskampagnen verabsäumt, das letzte Stück des Weges, die direkte Buchung, effizient abzubilden und durchzusetzen.Die Vertriebskanäle werden sich indes weiterentwickeln und die Provisionsaufwendungen weiter steigen. Die Beherbergungsbranche, die in der Dienstleistungskette das höchste Risiko trägt, ist mit einer wachsenden Marktmacht der globalen Online-Reservierungsplattformen konfrontiert. Auf der anderen Seite funktionieren die Buchungsmöglichkeiten bei LTOs und Destinationen sehr schlecht und es bleibt – zum wiederholten Male gesagt – unter dem Strich für die Betriebe zu wenig über.Autor: Thomas ReisenzahnUnkoordiniert und mit austauschbaren Inhalten.Sinnvolle Werbung meist nur auf betrieblicher oder regionaler Ebene.Prodinger Tourismusberatung | Thomas Reisenzahn, t. reisenzahn@prodinger. at

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