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Anlauf zu neuem Gipfelsturm

Wintertourismus

ÜBERNACHTUNGEN IN MILLIONENIM WINTERHALBJAHR (OKTOBER BIS APRIL)

73,3(+2%)

Anlauf zu neuem
Gipfelsturm

Ungeachtet der Wetterkapriolen und der
etwas schwächeren Konjunktur geht es mit
Gästen und Nächtigungen weiter aufwärts

Egal, ob die Wirtschaft gerade boomt oder die
Wachstumskurven flacher ausfallen: Eine Branche
scheint sich derzeit weder
von Wetterkapriolen noch
von Handelsstreitereien
oder Brexit-Getöse irritieren
zu lassen: Im heimischen
Tourismus geht es seit Jahren aufwärts. Besonders der
Winter mit der hohen Wert¬

schöpfung im Skitourismus
lässt die Kassen klingeln.
Nach dem Rekord im Vorjahr mit 71 Millionen Nächtigungen ergab eine Umfrage
der WKO vor Weihnachten,
dass die Betriebe auch diesen
Winter mit einem Plus von
soliden zwei Prozent rechnen.Der Einbruch im Jänner
werde durch die dank der

Schneemengen verlängerte
Saison locker wettgemacht,
glaubt nicht nur WKO-Ob-
frau Petra Nocker-Schwar-
zenbacher. Eines ist klar,
unterstreicht Hotelier-Präsidentin Michaela Reitterer:
„Wir sind ein Land mit Qualitäts-Tourismus. Wer Erfolg haben will, muss ständig
investieren und etwas Neues
bieten.” Die Top-Betriebe,
das betrifft etwa das oberste
Viertel, werden immer besser und wachsen.Die nächsten tun sich da
schon schwerer, vor allem
wenn sie bereits eine hohe

´Petra Nocker-
Schwarzenbacher:
„Holen das auf.”

Michaela Reitterer:
„Brauchen ausländische Fachkräfte.”

Thomas Reisenzahn:
„Neue Finanzierungsmodelle.”

Schuldenlast tragen. Doch
innovative Modelle helfen.
Eines erklärt Thomas Reisenzahn von der Prodinger
Tourismusberatung: „Immer beliebter wird ,Buy-to-
let´. Ein Investor kauft Hotelapartments, aus denen
dann z. B. zwei Zimmer zur
Vermietung durch das Hotel
gemacht werden. Ihm bleibt
ein Eigentumnutzungsrecht
z. B. für vier Wochen, und er
steht im Grundbuch.” Um
die Investitionen anzukurbeln, fordert die Branche
dringend eine Verkürzung
der Abschreibedauer (derzeit
40 Jahre). „Wer will schon
im Hotel in ein Badezimmer
gehen, das 40 Jahre alt ist”,
wird argumentiert.Davon abgesehen gibt es
5000 Hotels in Österreich,
bei denen in den nächsten
Jahren Betriebsübergaben
anfallen. Reitterer: „Da wür¬

den wir uns klare Regelungen wünschen, die Übergaben einfacher machen, damit
sie nicht an Steuerfragen
scheitern. Das tut niemandem weh und hilft uns.”Die steigenden Nächti-
gungszahlen der letzten Jahren sind auch darauf zurückzuführen, dass es dank Zusatzangeboten wie Wellness
& Co. besser gelingt, die Ne-
bensaisonen zu nützen.
Nocker-Schwarzenbacher:
„In der Hauptsaison sind wir
schon lange voll, aber dazwischen ist noch Potenzial.”
Ein großer Vorteil für die
Hoteliers ist, dass sie dadurch auf Ganzjahresbetrieb
umstellen können und Mitarbeiter ganzjährig beschäftigen, was für Dienstgeber
und -nehmer Vorteile hat.Für das schon seit Jahren
akute Problem, wie man den
Mangel an qualifiziertem

Gastronomie-Personal bekämpfen kann, gibt es noch
keine zufriedenstellende Lösung. „Wir müssen einerseits
die Lehre und deren Image
attraktiver gestalten, andererseits brauchen wir auch
mehr Personal aus dem Ausland”, unterstreicht Reitterer. Deutschland ist gerade
dabei, den Markt für Fachkräfte aus Drittstaaten zu
öffnen, „wir schauen durch
die Finger”, ärgert sie sich.Dass der Koch jetzt zum
„Mangelberuf erklärt wurde, bringe zwar einige neue
Mitarbeiter z. B. aus Bosnien, sei in Summe aber nur
ein Tropfen auf den heißen
Stein. Denn der Bedarf
steigt: Die Zahl der Mitarbeiter im Tourismus zu
Saisonspitzenzeiten erhöhte
sich seit 2010 von 240.000
auf über 292.000 im letzten
Jahr. Manfred Schumi

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