Warum Tourismusbetriebe 2026 auf Fokus im Nachhaltigkeitsbereich setzten sollten

Zum Jahreswechsel sind Vorsätze und Zielsetzungen allgegenwärtig: Menschen schmieden Vorsätze, Betriebe schreiben Budget- und Investitionspläne, Destinationen feilen an Strategien für die kommende Saison. Was im Privaten selbstverständlich ist – sich vorzunehmen, was man verändern und verbessern möchte – braucht im Tourismus eine ähnliche Klarheit, gerade wenn es um Nachhaltigkeit geht. Dazu überprüfen wir, was es für die erfolgreiche Umsetzung benötigt.

Vom Berichtsrahmen zur Betriebslogik

In den letzten Monaten hat sich – etwa im Zuge der EU-Omnibus-Initiativen – vermehrt eine Reduktion und Vereinfachung von Berichtspflichten sowie formaler Dokumentation herauskristallisiert. Während dies vorderhand den Anschein erweckt, dass der Druck beim Thema Nachhaltigkeit und ESG nachlässt, zeigt sich bei genauer Betrachtung das Gegenteil:  Der Fokus für Betriebe richtet sich stärker auf die tatsächlichen Aktivitäten im Nachhaltigkeitsbereich und den Umgang mit Fragen im ESG-Kontext. Es geht darum, Nachhaltigkeit wirksam zu gestalten und Aspekte wie Klimarisiken, Energiepreise, Wasserverfügbarkeit, Mitarbeiterfluktuation und regionale Wertschöpfung aktiv und strategisch zu steuern.

ESG-Ziele wirken – wenn sie ökonomisch verankert sind

Gerade darin liegt auch eine Chance für Unternehmen: Gut gesetzte Nachhaltigkeitsziele sichern und unterstützen das Geschäftsmodell. Wer in Energieeffizienz, erneuerbare Energien oder intelligente Gebäudeleittechnik investiert, macht sich weniger abhängig von Preissprüngen und Versorgungsrisiken und gewinnt mittelfristig Planungs- und Kalkulationssicherheit. Ein Blick in die Branchenpraxis zeigt, dass wirtschaftlich erfolgreiche Betriebe häufig auch bei Energie- und CO₂-Kennzahlen deutlich besser performen als der Median der Hotellerie. Gleichzeitig sind es Arbeitgeberqualität, Ganzjahresbeschäftigung, faire Entlohnung und Entwicklungsmöglichkeiten, die nicht nur Mitarbeiter binden, sondern sich direkt in Servicequalität, Gästebewertungen und Stammgästeanteil niederschlagen.

Die zentrale Frage lautet daher nicht mehr, ob Tourismusbetriebe sich strategische ESG-Ziele berücksichtigen sollen, sondern wie solche Ziele bestmöglich gesetzt und verfolgt werden.

Fokus statt Überforderung: Die Kunst der richtigen Auswahl

Wie Neujahresvorsätze scheitern Nachhaltigkeitsstrategien oft an Überforderung und Überfrachtung:  Zu viele Themen, zu viele Ziele, zu wenig Klarheit.

Dabei ist es für Unternehmen nicht zwingend erforderlich, den gesamten Blumenstrauß aller Nachhaltigkeitsthemen abzuarbeiten, sondern jene Handlungsfelder zu identifizieren, die für den eigenen Betrieb und seine Geschäftstätigkeiten relevant sind. Hierzu braucht es strategische Klarheit.

An dieser Stelle schafft ein strukturiertes Vorgehen über eine Wesentlichkeitsanalyse Abhilfe. Bei diesem Prozess werden die Themen und Aspekte der Nachhaltigkeit nach ihrer „doppelten Wesentlichkeit“ bewertet: Welche Auswirkungen hat mein Betrieb auf Umwelt und Gesellschaft? Welche externen Nachhaltigkeitsthemen (z. B. Klimawandel, neue Gesetze) beeinflussen meinen wirtschaftlichen Erfolg?

Im Zusammenspiel dieser Perspektiven wird sichtbar, wo die Prioritäten und Handlungsfelder liegen – es entstehen klare Schwerpunkte – etwa regionale Kulinarik, attraktive Arbeitsplätze oder eine CO2-neutrale Infrastruktur – die individuell auf die Erwartungen der Kunden, finanzielle Spielräume und lokale Besonderheiten abgestimmt sind.

Auf dieser Basis beginnt die eigentliche Kunst, Handlungsfelder und Ziele so zu formulieren, dass sie weder weichgespült noch unrealistisch sind. Ausgangspunkt ist der Status quo, der idealerweise über einen Fitness-Check mit Kennzahlen zu Umsatz, Energieverbrauch, Wasser, Abfall, Personalstruktur oder regionaler Wertschöpfung erhoben wird. Wer weiß, wie der eigene Betrieb im Vergleich zu ähnlichen Unternehmen dasteht, kann seine Ziele faktenbasiert und realistisch wählen – etwa, wenn der Energieverbrauch pro Nächtigung im Mittelfeld, der Anteil regionaler Lieferanten aber noch deutlich ausbaufähig ist.

Diese maßvolle Ambitionierung und Schwerpunktsetzung ist auch die Grundlage für ein langfristiges Zielbild, in den für das Unternehmen relevanten Handlungsfeldern im ESG-Bereich.

Für jedes Handlungsfeld können dann konkrete Zielsetzungen über 1, 5 und 10 Jahre formuliert und mit messbaren Kennzahlen hinterlegt werden. Klar formulierte, umsetzbare und mit Verantwortlichkeiten versehene Maßnahmen stellen schlussendlich die Erreichung dieser Ziele sicher.

Am Ende geht es nicht darum, Nachhaltigkeit mit möglichst vielen Zielen und Maßnahmen zu überfrachten sondern darum, im Betrieb so zu verankern, dass Ziele und Maßnahmen bestmöglich wirken. Wer für sein Unternehmen die relevanten Handlungsfelder im Nachhaltigkeitsbereich identifiziert und passende ESG-Ziele ableitet, bündelt Ressourcen und schafft wirtschaftlichen Mehrwert.

Oder anders gesagt: Gute Vorsätze sind schnell formuliert. Angemessen ambitionierte Nachhaltigkeitsziele halten.

 

Destination Value Score: Der wirtschaftliche Erfolgsindikator für Ihre Tourismusregion

Die Bedeutung von Gästen – Regionale Wertschöpfung sichtbar machen

Tourismus ist mehr als Nächtigungen: Er sichert Einkommen, Arbeitsplätze und Lebensqualität für die Bevölkerung.

Mit fundierten Wertschöpfungsanalysen wird sichtbar, welchen wirtschaftlichen Beitrag Gäste wirklich leisten: Wie viel der Gästeausgaben bleiben in der Region? Welche Sektoren profitieren davon? Und wie fließen diese Effekte über Beschäftigung, Steuern und Investitionen in den lokalen Wirtschaftskreislauf zurück?

Der Destination Value Score macht diese Wirkung sichtbar und schafft eine belastbare Basis für Entscheidungen in Destinationen und Tourismusverbänden.

Unser Ansatz – Das Prodinger Wertschöpfungsframework

Als erste Beratungsgruppe Österreichs haben wir ein replizierbares, regionalökonomisches fundiertes Modell für Destinationen zur Messung der touristischen Wertschöpfung entwickelt. Unsere Studien sind entscheidungs- und kommunikationsstark: für Standortentwicklung, Förderlogik, Raumordnung, Mobilität, Freizeit- und Infrastrukturplanung. Das Modell wurde bereits in diversen Regionen erfolgreich angewendet und gilt heute als Referenz für objektive touristische Wirkungsanalysen.

Die 5 Schritte der Wertschöpfungsmessung

  1. Datengrundlage & Erhebung
    Erfassung regionaler Strukturdaten, Gästestatistiken, Branchenkennzahlen und Finanzdaten. Grundlage sind amtliche Datenquellen, Betriebskennzahlen und Erfahrungswerte aus der Tourismusberatung.
  2. Sektorale Abgrenzung
    Auswahl und Analyse der zentralen Tourismus-Sektoren: Beherbergung / Gastronomie / Bergbahnen / Verkehr / Handel / Freizeit, Kultur & Sport
  3. Berechnung der Wertschöpfungseffekte
    Ermittlung der direkten, indirekten und induzierten Effekte entlang der gesamten touristischen Lieferkette – auf Basis eines nachvollziehbaren, makroökonomisch fundierten Berechnungsmodells.
  4. Ergebnisse & Interpretation
    Darstellung der Effekte auf Einkommen, Beschäftigung, Steuern, Abgaben und Investitionen. Sichtbar wird, welche wirtschaftliche Bedeutung der Tourismus hat und wie sich Sektoren gegenseitig verstärken.
  5. Kommunikation & Steuerung
    Aufbereitung der Ergebnisse für Berichte, Präsentationen und Strategieprozesse. So wird Wertschöpfung nicht nur messbar, sondern auch steuerbar.

Was unsere Analysen zeigen

Tourismus wirkt weit über die Betriebe hinaus. Ein großer Teil der Gästeausgaben bleibt in der Region und stärkt die lokale Wirtschaft über Einkommen, Abgaben und Investitionen. Jeder investierte Euro löst ein Vielfaches an regionaler Wertschöpfung entlang der gesamten Lieferkette aus – vom Zulieferer bis hin zur Gemeinde. Diese Ergebnisse machen sichtbar, dass Tourismus ein zentraler wirtschaftlicher Motor ist, Arbeitsplätze schafft und öffentliche Infrastruktur mitfinanziert.

Was Wertschöpfung bedeutet – einfach erklärt

Wertschöpfung beschreibt den Teil der Ausgaben, der in einer Region als Einkommen verbleibt – bei Unternehmen, Beschäftigten und der öffentlichen Hand. Sie entsteht auf drei Ebenen:

  1. Direkt: durch Umsätze in Hotellerie, Gastronomie, Freizeitwirtschaft oder Seilbahnen.
  2. Indirekt: über Zulieferbetriebe, Handwerk, Bau, Energie und Handel.
  3. Induziert: durch die Konsumausgaben jener, die im Tourismus beschäftigt sind.

Beispiel: Von 100 €, die in Hotellerie und Gastronomie ausgegeben werden, verbleiben 74 € als Einkommen direkt in der Region. So wird sichtbar, dass Tourismus weit mehr ist als Beherbergung und Gastronomie – er ist Motor, Bindeglied & Lebensgrundlage für viele Regionen.

Wertschöpfungsanalyse am Beispiel von Zell am See

Die für die Wirtschaftskammer Österreich, Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, durchgeführte Analyse der Gemeinde Zell am See zeigt eindrucksvoll, welche direkten, indirekten und induzierten Wertschöpfungseffekte der Tourismus für Kommunen und Regionen erzeugt – von Umsätzen und Investitionen über Beschäftigung bis hin zu bedeutenden fiskalischen Rückflüssen.

Prodinger Tourismusberatung: Ansprechpartner für Wertschöpfungsanalysen

Prodinger unterstützt Gemeinden, Regionen und Tourismusverbände bei der Erhebung, Modellierung und Kommunikation regionaler Wertschöpfung. Der Destination Value Score liefert Entscheidungsgrundlagen für Raum- und Standortentwicklung, Investitions- und Förderstrategien, Infrastruktur- und Mobilitätsplanung sowie die faktenbasierte Kommunikation gegenüber Bevölkerung, Politik und Medien.

Ihr Mehrwert – Was eine Wertschöpfungsanalyse bringt

  • Faktenbasierte Entscheidungsgrundlage für Standortentwicklung, Förderungen und Investitionen
  • Transparente Darstellung der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus
  • Steuerungs- und Wirkungsinstrument für strategische Maßnahmen
  • Vergleichbarkeit zwischen Regionen durch standardisierte Methodik
  • Stärkung der Tourismusakzeptanz durch klare, kommunizierbare Ergebnisse

Kontaktieren Sie uns wenn auch Ihre Region, Destination oder Gemeinde die regionale Bedeutung des Tourismus faktenbasiert analysieren und sichtbar machen möchte.

Josef May
j.may@maylenstein.eco

Zum Destination Value Score – Produktblatt

Maylenstein als ESG-Partner an der Schnittstelle Banken & Wirtschaft

„ESG“ ist in aller Munde. Die Abkürzung steht für „Environmental“, „Social“ & „Governance“ und ist insbesondere im Bankensektor bereits wohl bekannt. Die Prodinger Beratungsgruppe ist mit ihrer starken Position im Tourismus und umfangreichen Branchenerfahrung in einer Vorreiterrolle, um bei der Umsetzung der ESG-Anforderungen in der Branche zu unterstützen.

Wir agieren als Schnittstelle zwischen Banken und Wirtschaftsbetrieben und stellen die objektive und qualitativ hochwertige Übermittlung der relevanten ESG-Daten sicher. Damit vereinfachen wir die Berichtsprozesse und stellen sicher, dass sich die Betriebe auf das Wesentliche konzentrieren können – die Umsetzung nachhaltiger Geschäftspraktiken.

Unser ESG-Ansatz: Vom Regulativ zum Wettbewerbsvorteil

Die Prodinger Beratungsgruppe betreut aktuell über 500 Hotelbetriebe an 13 Standorten mit 250 Mitarbeitern. Aus dieser Erfahrung haben wir genaue Kenntnisse über die wirtschaftlichen Abläufe in den Hotelbetrieben sowie die allgemeinen Entwicklungen in der Branche.

Wir sind dabei davon überzeugt, dass insbesondere in der Tourismusbranche eine nachhaltige Unternehmensführung zukünftig eine absolute Grundvoraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg sein wird. Eine klare Positionierung schafft ein Differenzierungsmerkmal und Wettbewerbsvorteile am Markt sowie günstige Finanzierungsbedingungen. Gleichzeitig bindet sie Mitarbeiter und Stakeholder an den Betrieb und fördert ein vertrauensbildendes Ökosystem.

 

Aus dieser Überzeugung heraus wurde vor kurzem mit der Maylenstein Wirtschaftsberatung eine neue Gesellschaft innerhalb der Prodinger Beratungsgruppe gegründet. Durch unsere starke Position innerhalb der Tourismusbranche und den direkten Zugang zu einem breiten Kundenportfolio sehen wir uns in einer zentralen Rolle bei der Umsetzung der ESG-Anforderungen innerhalb der Branche. Auf dieser Basis bieten wir ein umfassendes Portfolio zur Unterstützung der ESG-Maßnahmen an:

 

Auf diesem Wege wird der Kreislauf aus wirtschaftlichem Erfolg und Nachhaltigkeit auch mittels Kennzahlen hinterlegt. Diese Kennzahlen finden künftig auch Eingang in den „Fitness-Check“ für Hotels, eine Gegenüberstellung der gängigsten Kennzahlen der Hotellerie, und lassen sich für qualitativ hochwertige Benchmark-Analysen verwenden.

Die Prodinger Beratungsgruppe als qualitätssichernde Schnittstelle zwischen Banken und Tourismus

Bereits in der Vergangenheit hat die Prodinger Beratungsgruppe eine führende Rolle bei der Strukturierung der ESG-Anforderungen an der Schnittstelle zwischen Banken und Tourismus übernommen. So wurde zur Definition konkreter Messgrößen für das Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMAW) einen Prozess geleitet, in dem ein ESG-Kennzahlenset gemeinsam mit der Österreichischen Kontrollbank (OeKB) und der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (OeHT) speziell für Tourismusbetriebe entwickelt wurde. Dieser Prozess resultierte schließlich im ESG Data Hub der OeKB.

Vor diesem Hintergrund erweitern wir als Prodinger Tourismusberatung und Maylenstein Wirtschaftsberatung unsere Unterstützungsleistung an der Schnittstelle zwischen Banken und Tourismus. Konkret bedeutet das die Unterstützung bei der Erhebung der Daten in den Betrieben vor Ort, die Qualitätssicherung und Aufbereitung der entsprechenden Kennzahlen sowie die Überführung dieser in ein Berichtswesen bzw. in die Datenbanken/Tools der Banken. Wir nutzen dafür unterschiedliche Plattformen und arbeiten mit diversen Rating-Stellen zusammen. Somit stellen wir als neutrale Stelle die objektive und qualitativ hochwertige Übermittlung der relevanten ESG-Daten sicher und vereinfachen den Prozess sowohl für die Betriebe als auch für die Banken beträchtlich.

Die ESG-Berichtspflichten führen somit nicht zu einer zusätzlichen Belastung, sondern werden effizient und zielorientiert umgesetzt.

Wir freuen uns, gemeinsam die langfristige Profitabilität unserer Betriebe zu sichern und gleichzeitig die Lebensqualität der Unternehmer und der Gesellschaft zu verbessern!

Josef May

Die Messung der Nachhaltigkeit: Die 5 Schritte um ESG-fit zu werden

ESG-Bericht für das Förder- und Kreditwesen

Einen Tourismusbetrieb nachhaltig zu betreiben ist kein Nischentrend mehr, sondern vielmehr die Basis unseres zukünftigen Wohlstands. Dies bedeutet Verantwortung zu übernehmen für die nächsten Generationen. Eine fundierte Nachhaltigkeitsstrategie und ESG-Konformität werden zur Kernvoraussetzung für Förderungen und Finanzierungen. Damit legen sie die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebes und auch für die Lebensqualität der Unternehmer, Mitarbeiter, Regionen und Länder. Wirtschafts- und Betriebsstrukturen, die im Einklang mit den natürlichen Ressourcen und unserer Umwelt stehen, soziale Gerechtigkeit fördern und hohen ethischen Standards entsprechen sind das Herzstück unserer Touristik. In fünf Schritten entwickeln wir gemeinsam einen ersten ESG-Bericht und bringen Ihre nachhaltige Unternehmensführung auf das nächste Level:

  1. Analyse Status Quo & Wesentlichkeitsanalyse
  2. Datenverarbeitung & Kennzahlenermittlung mittels ESG-Cockpit
  3. Ableitung künftiger ESG-Maßnahmen (optional)
  4. Erstellung eines ESG-Berichts in Konformität mit aktuellen und künftigen Richtlinien (CSRD bzw. GRI)
  5. Integration von ESG-Kennzahlen in das Standard-Management-Reporting

Was bedeutet ESG?

„ESG” ist in aller Munde. Die Abkürzung steht für „Environmental“, „Social“ & „Governance“ und umfasst somit die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Unternehmensführung in sämtlichen Dimensionen. Aufgrund der sich verschärfenden Klimakrise liegt das Hauptaugenmerk dabei aktuell auf dem „E“ der Umwelt. Die Europäische Kommission reagiert mit zahlreichen Initiativen auf diese globalen Herausforderungen, unter anderem mit verschiedenen ESG-Gesetzen:

  • EU Green Deal: umfassendes Maßnahmenpaket mit dem Ziel eines klimaneutralen Europas bis 2050.
  • Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD): Intensivierung der ESG-Berichtspflicht zur Förderung größerer Transparenz und Vergleichbarkeit inkl. einer digitalen Dokumentation.
  • Sustainable Finance Disclosure Regulation: regelt für Banken die Integration von Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen in ihren Investmententscheidungen. Finanzmarktteilnehmer müssen für mehr Transparenz bei ESG-Themen sorgen und ausführlich über Nachhaltigkeitsfragen berichten.
  • EU-Taxonomie: regulatorisches Klassifizierungssystem für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten. Unternehmen, deren Umsätze nicht aus nachhaltigen Aktivitäten resultieren, müssen sich auf steigende Finanzierungskosten einstellen.

Für Beherbergungs- und Tourismusbetriebe stellt einnachhaltiges Betriebsmodell einen wesentlichen Erfolgs- und Differenzierungsfaktor am Markt dar. Doch nicht nur das, in Zukunft werden Unternehmerverstärkt auf ESG-Anforderungen als Voraussetzung für Förderungen und Finanzierungen stoßen. Somit sind neben den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zusätzliche Nachhaltigkeitskennzahlen in den ESG-Dimensionenzu dokumentieren und vorzulegen. Es entsteht damit eine starke Rechenschaftspflicht, nicht nur gegenüber Mitarbeitern, sondern auch gegenüber Interessengruppen wie Investoren, Gästen, Banken und Immobilien-Eigentümern.

Download: ESG Reporting Projektplan CSRD & KMU

1) Analyse Status Quo

Der erste Schritt jeder fundierten Betriebsanalyse undBerichterstattung ist die Bewertung des Status Quo – so auch im Kontext eines ESG-Erstberichts. Diese Bestandsaufnahme findet primär an Ort und Stelle in Form eines ein- bis zweitätigen Workshops statt. Der erste Teil zielt dabei darauf ab, einen umfassendenBlick auf den Stand der Nachhaltigkeitsstrategie im Unternehmen zu erarbeiten und bereits bestehende Initiativen zu bewerten. Dies ist die Grundlage für die Wesentlichkeitsanalyse im zweiten Workshopteil. Hier erfolgt die Auswahl der wesentlichen und berichtsrelevanten ESG Dimensionen und Kriterien. Der dritte Abschnitt konzentriert sich auf die quantitative Datenerhebung, in der sämtliche für den Betrieb relevante Datenpunkte erhoben und möglichst automatisiert abgegriffen werden (z.B. Energieverbrauch, Strommix, Wasserverbrauch,Belegschaftsstrukturen, etc.).

2) Datenverarbeitung & Kennzahlenermittlung mittels ESG-Cockpit

Bei der Datenverarbeitung setzen wir das ESG-Cockpit Reporting Tool der Firma akaryon ein. Dieses System erlaubt eine umfassende Verarbeitung und Analyse sowohl quantitativer als auch qualitativer Daten in sämtlichen ESG-Dimensionen. Die im ersten Schritt erhobenen Daten werden nun weiter aufbereitet, qualitätsgesichert und auf ein kompatibles Datenformat für den Import in das ESG-Cockpit gebracht. Im Datenverarbeitungstool selbst werden die Datenpunkte strukturiert und relevante Kennzahlen automatisiert berechnet (z.B. Relationen wie Wasserverbrauch/Nächtigung, etc.). Ebenso werden dabei fehlende Datenpunkte ergänzt bzw. kommentiert.

3) Ableitung zukünftiger ESG-Maßnahmen (optional)

Als optionales Ergänzungsmodul bietet sich an dieser Stelle ein weiterer Workshop zur Diskussion und Einleitung künftiger und zusätzlicher ESG-Maßnahmen abzielt. Durch die Analyse des Status Quo im ersten Schritt sowie der Datenverarbeitung im ESG-Cockpit im zweiten Schritt eröffnet sich nun ein klares Bild auf bisher unter Umständen wenig beachtete, jedoch relevante ESG-Handlungsfelder. Diese können nun strukturiert weiterbearbeitet werden, indem jedes relevante Handlungsfeld im Zuge eines Brainstormings mit potentiellen Maßnahmen befüllt wird. Um die Maßnahmen zu priorisieren, werden diese wiederum anhand der Wesentlichkeitsanalyse und einer Cost-Benefit-Analyse bzw. eines kleinen Business Cases bewertet (z.B. Errichtung einer Photovoltaik-Anlage in Kombination mit einer Wärmepumpe, etc.).

4) Erstellung eines ESG-Berichts in Konformität mit aktuellen und zukünftigen Richtlinien (CSRD bzw. GRI)

Liegen alle Daten in qualitätsgesicherter und verarbeiteter Form vor, kann die eigentliche Berichterstellung beginnen. Das ESG-Cockpit umfasst dabei alle gängigen und aktuell relevanten Richtlinien. Somit ist eine Konformität der Berichterstattung mit den jeweiligen Normen jederzeit gewährleistet und entspricht den Anforderungen von Banken und Förderstellen (inkl. ESG Data Hub der Österreichischen Kontrollbank OeKB) Die Berichterstellung selbst beginnt mit einem Datenexport aus dem ESG-Cockpit. In weiterer Folge werden Kommentare und ergänzende Textbausteine eingefügt (z.B. Unternehmensprofil, Stellungnahme der Geschäftsführung, etc.). Schließlich wird das Berichtsdokument grafisch aufbereitet und zur Publikation endformatiert.

5) Integration von ESG-Kennzahlen in das Standard-Management-Reporting

Im letzten Schritt wird der Übergang des ESG-Berichtsschwerpunktes vom ersten Statusbericht in einen integralen Bestandteil des Standard-Management-Reportings vorbereitet. Das bedeutet die Aufnahme ausgewählter Kennzahlen in das interne Berichtswesen. Die zu berichtenden Kennzahlen werden dabei gemeinsam definiert. In weiterer Folge wird eine möglichst automatisierte (unterjährige) Datenerhebung und Berechnung sichergestellt. Schließlich erfolgt die Verknüpfung und die Platzierung der ESG-Kennzahlen an der gewünschten Stelle im Standard-Management-Reporting. Damit ist die Grundlage für ein zukunftsfähiges, integriertes und betriebswirtschaftliches ESG-Berichtswesen geschaffen.

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